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Allgemeines zu Ehrlichien und AnaplasmenBakterien aus der Familie Anaplasmataceae sind wie die Rickettsien (Rickettsiaceae) sehr kleine, intrazellulär lebende Bakterien, die ebenfalls zur Ordnung der Rickettsiales gehören. Infektionen mit "Ehrlichien" wurden erstmals 1953 mit Neorickettsia sennetsu (damals Ehrlichia sennetsu) diagnostiziert.
Infektionen beim Menschen wurden durch Anaplasma phagocytophilum (zunächst als HGE-Agens oder E. phagocytophila bezeichnet), E. chaffeensis, E. ewingii, E. canis und N. sennetsu beschrieben. Zwei Erkrankungen scheinen in Europa von Bedeutung zu sein. Das ist zum einen die Humane Granulozytäre Anaplasmose (HGA). Vor der Neuordnung wurde die Erkrankung auch als Humane Granoluzytäre Ehrlichiose (HGE) bezeichnet. Der Erreger A. phagocytophilum wurde jetzt aber dem Genus der Anaplasmen zugeordnet. Zusammen mit den Ehrlichien und weiteren gehören sie zur Familie der Anaplasmataceae. Die zweite Erkrankung ist die Humane Monozytäre Ehrlichiose (HME), die durch E. chaffeensis verursacht wird. Diese Erkrankung tritt vor allem in Nordamerika auf. Für Europa hat sie nach jetzigem Kenntnisstand eine untergeordnete Bedeutung. In Europa wird die HGA durch den Stich von I. ricinus übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch durch Bluttransfusion ist ebenfalls beschrieben.
Symptome in Prozent der Erkrankten (nach Dumler JS. 2005)
Schwere Komplikationen sind bei beiden Erkrankungen selten, es sind jedoch bei HME (vor allem bei Immunsupprimierten) auch ZNS-Beteiligungen (Meningitis, Meningoencephalitis) beschrieben. Bei HGA sind Neuropathien beschrieben. DiagnostikEs kann versucht werden, den Erreger mittels Blutausstich (HGA in Granulozyten) nachzuweisen. Eine weitere Möglichkeit des Erregernachweises ist die PCR. Daneben lassen sich in der 2.-3. Krankheitswoche Antikörper nachweisen Wir verwenden hier einen indirekten Immunfluoreszenztest (IIFT) mit E. chaffeensis und A. phagocytophilum als Antigen. TherapieDoxycyclin, Tetrazyklin. Bei Kontraindikation ggf. Rifampicin
Verantwortlich für den Inhalt Dr. med. Friedemann Tewald (0711-6357-119)
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